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Museum

Die Sammlung

Die im Museum gezeigte sogenannte "ethnographische Sammlung" des DITSL entstand ab 1900 durch Spenden von Absolvent:innen und assoziierten Personen der ehemaligen Deutschen Kolonialschule (DKS) in Witzenhausen. Aktiv ermuntert durch deren Direktor "sammelten" sie "draußen" in den damaligen Kolonien Mineralien, Pflanzen, Gehörne, Felle, Gebrauchsgegenstände, Schmuck, Waffen, religiöse oder zeremonielle Gegenstände und auch menschliche Überreste - Knochen und Schädel. Diese schickten sie an "ihre alte Schule", wo sie gesammelt, ausgestellt und als Anschauungsmaterial im Unterricht verwendet wurden.

Auch nach dem zweiten Weltkrieg wuchs die Sammlung bis heute weiter an. Schenkungen und Leihgaben kamen  nun von Menschen, die im Umfeld der Universität Kassel und des DITSL in Wissenschaft oder Entwicklungs-zusammenarbeit im tropischen Ausland tätig waren. Über einen Großteil dieser Objekte ist wenig bekannt. Oft fehlen Angaben zu den Spender:innen, noch öfter aber Angaben zur genauen Herkunft, zum Zeitpunkt und zu den Umständen des Erwerbs, oder zu den Wegen, die die Objekte genommen haben, bevor sie schließlich in die Sammlung gelangten. Die Hersteller:innen und Nutzer:innen der Gegenstände in den Ursprungsgesellschaften bleiben meist komplett verborgen.

Das Museum und das DITSL versuchen, durch Provenienzforschung in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen bundes- und weltweit, die Geschichten um die Exponate der Sammlung um möglichst viele Perspektiven zu erweitern und transparent zu machen. Dadurch soll auch ein Beitrag zur kritischen gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte und den postkolonialen Entwicklungen und den heutigen Beziehungen zwischen verschiedenen Gesellschaften weltweit geleistet werden.

Vor dem Hintergrund der Sammlungsgeschichte und der Geschichte des Ortes sehen wir uns besonders verpflichtet, Themen rund um die „Kolonialgeschichte“ und deren heute noch existierenden strukturellen weltweiten Auswirkungen und Fragen nach Gerechtigkeit in der Bildungsarbeit zu verankern. Das Museum bietet zudem kultur- und diversitätssensible Module zu unterschiedlichsten Lebensperspektiven weltweit an – von Äthiopien bis Brasilien.

 

Förderung